Im Rahmen der Frauenrechte wirft dieses Projekt Fragen zur Standardisierung der serbischen Sprache in bestimmten Anwendungsbereichen auf, insbesondere im Hinblick auf Geschlecht und Diskriminierung durch Sprache (Linguizismus, Sexismus). Das Projekt hat 1997 mit einem gleichnamigen Kurs begonnen und wurde durch verschiedene Aktionen fortgesetzt (darunter öffentliche Podiumsdiskussionen, Seminare und Vorträge) mit dem Ziel, die bestehende Praxis eines (nicht)geschlechtergerechten Sprachgebrauchs zu verändern. Der Kodex für einen nichtsexistischen Sprachgebrauch in den Medien (S. Savić, 2004) war der erste seiner Art in Serbien.
Prof. emerita Svenka Savić
Die Feministische Linguistik (FL) ist eine wissenschaftliche Interdisziplin, die theoretische und empirische Forschungen in der Sprachwissenschaft umfasst und darauf abzielt, die Art und Weise zu erklären und aufzuzeigen, wie Geschlecht, Gender und Sex in verschiedenen Sprachen miteinander verbunden sind, sowohl in der Gesellschaft als auch in der Kultur. Die Sprache reflektiert patriarchale Machtverhältnisse in der Gesellschaft, was sich am häufigsten in verschiedenen Formen von Sexismus in der Sprache unserer Kultur zeigt.
Die feministische Sprachkritik (FSK) ist bei uns zweigeteilt: 1. Sie umfasst eine kritische Haltung gegenüber dem Sprachgebrauch im öffentlichen (institutionellen) sowie im privaten (persönlichen) Bereich; 2. Sie trägt zur Diskussion über die Normierung und Standardisierung geschlechtssensibler Sprache im offiziellen Gebrauch bei. Die Entwicklung der FL verfolgen wir anhand der theoretischen Konzepte, die von Forscherinnen und Theoretikerinnen vertreten werden: 1. Defizit-Theorie, 2. Differenz-Theorie und 3. Konstruktivistische Theorie.
Svenka Savić hat die feministische Linguistik (FL) Mitte der 1990er Jahre in Serbien eingeführt, sowohl durch wissenschaftliche Arbeiten (Texte in: Ženske studije, Feminističke sveske, Žene na delu u.a.) als auch durch Vorträge an renommierten Institutionen wie dem Zentrum für Frauenstudien in Belgrad, FSF in Novi Sad, dem Zentrum für Geschlechterstudien in Sarajevo sowie am ACIMSI-Zentrum für Geschlechterstudien der Universität Novi Sad. Dabei hat sie neue thematische Schwerpunkte eröffnet, Forscherinnen ausgebildet und gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen zahlreiche Publikationen veröffentlicht.
In dieser interdisziplinären Disziplin befürwortet Savić theoretisch die Standardisierung geschlechtergerechter Sprache (GSS) und untermauert dies mit zahlreichen empirischen Daten aus verschiedenen Gesprächssituationen, unterschiedlichen Kontexten und unter Gesprächspartner*innen mit ungleicher Machtverteilung.
Im weiteren geografischen Raum des ehemaligen Serbokroatischen gibt es ein gemeinsames Bestreben und eine Vernetzung feministischer, akademisch gebildeter Forscherinnen, die die Einführung geschlechtergerechter Sprache (GSS) in den öffentlichen und institutionellen Bereich sowie die Integration geschlechtsspezifischer Perspektiven in interdisziplinäre Sprachforschung in unterschiedlichsten Kontexten fordern. Dazu gehören beispielsweise Jelena Filipović mit Mitarbeiterinnen in Belgrad, die Arbeiten von Rada Borić und Zrinjka Glovacki-Bernardi in Kroatien, Nada Drobnjak in Montenegro sowie Jasmina Čaušević und Jasna Zlotrg in Bosnien und Herzegowina, um nur einige zu nennen.
Der theoretische Rahmen, der in der Praxis Anwendung findet, wird in drei grundlegenden Publikationen auf dieser Webseite vorgestellt: Vodiču za rodno osetljiv jezik (2019), Priručniku za rodno osetljiv jezik (2019), Rod i jezik (2008).
Dr. Margareta Bašaragin
- Literatur: Jezik zakona – karakteristike i rodna perspektiva
- Terminologie: 100 reči o ravnopravnosti – Rečnik termina o ravnopravnosti žena i muškaraca
- Dr Margareta Bašaragin, Rodno osetljiv jezik u službenoj upotrebi: metod intersekcionalnosti
- Bašaragin, Margareta; Savić, Svenka, Funkcije diskursne strategije 'govorenje uglas' u TV duelu političara u Srbiji
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