Das Projekt Geschlechterperspektive in Grundschulbüchern wurde 2006 als regionales Vorhaben unter der Leitung von Svenka Savić initiiert. An dem Projekt beteiligen sich Student*innen des Zentrums für Geschlechterstudien der Universität Novi Sad.
Im Fokus steht die Analyse von Serbisch-Lehrbüchern für Schüler*innen, deren Muttersprache nicht Serbisch ist (überwiegend Ungarischsprachige). Mittlerweile umfasst die Untersuchung auch Fächer wie Religionsunterricht, Serbisch und Ungarisch als Muttersprache sowie Lehrmaterialien für Behinderte und weitere Bereiche. Die Ergebnisse zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten (Seminar-, Diplom-, Master- und Doktorarbeiten) zeigen, dass die untersuchten Lehrbücher für Grund- und Sekundarschulen keine geschlechtergerechte Sprache verwenden. Sie fördern weder interkulturelle noch interreligiöse Dialogfähigkeiten, bestätigen Geschlechterstereotype und vernachlässigen die Entwicklung eines Verständnisses für Andersartigkeit. Infolgedessen dominieren Männer sowohl als Autoren literarischer Texte als auch als handelnde Figuren und sind die Hauptakteure in Handlungen, Konflikten sowie deren Lösung. Frauen hingegen werden meist als unterstützende Figuren dargestellt, mit der Aufgabe, sich emotional und physisch um das Wohl anderer in Familie und Gesellschaft zu kümmern.
Auf Grundlage dieser Analysen wurden Empfehlungen erarbeitet, um die implizite Diskriminierung in den Lehrmaterialien auf unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Formen zu überwinden.
Professorin Emerita Svenka Savić
Literatur:
- Jelena Stefanović i Saša Glamočak, Priručnik za uvođenje rodne perspektive u nastavu srpskog jezika za prvi ciklus obrazovanja
- Jelena Ćeriman, Jelena Stefanović, Saša Glamočak, Maja Korolija, Rodna analiza nastavnih programa i udžbenika za srpski jezik od prvog do četvrtog razreda osnovne škole
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